GGG Benevol
Zentrum für Freiwilligenarbeit
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Freiwillige und Angestellte
– ein gutes Team?

Guten Tag

Ob im Freiwilligendienst eines Spitals, als Besucherin in einem Alterszentrum oder als Lesepate in einer Schule viele Freiwillige engagieren sich in Organisationen, in denen wesentliche Aufgaben von angestelltem Personal übernommen werden.

Oft läuft die Kooperation zwischen Freiwilligen und bezahltem Personal rund und der Einsatz ist für alle Seiten bereichernd. Es kann aber auch zu Spannungen und unbefriedigenden Situationen kommen. Wo können die Hintergründe liegen, wenn es harzt? Welche Reibungspunkte gibt es zwischen bezahlten und unbezahlten Mitarbeitenden? Und wie kann es gelingen, Hand in Hand zu arbeiten? Brigitte Moritz und Rolf Schärer vom Bürgerspital Basel geben uns Einblicke in ihre Erfahrungen.

Ausserdem erwarten Sie wie immer Hinweise und Infos rund ums freiwillige Engagement in Basel und diesmal auch in den Bergen!

Einen schönen Sommer und viel Spass beim Lesen wünscht Ihnen
das Team von GGG Benevol

Themen

Im Gespräch

mit
Brigitte Moritz
und Rolf Schärer

Bürgerspital Basel

Frau Moritz, zunächst eine Frage an Sie als Freiwilligenkoordinatorin des Bürgerspital Basel:
Sind Freiwillige und Angestellte ein Dreamteam?


Die Kooperation von Profis und Freiwilligen birgt Herausforderungen. Und ein Dreamteam braucht Zeit zum Entstehen. Wir haben über die letzten Jahre hinweg wichtige Leitplanken gelegt, so dass wir auf einem guten Weg sind.
 
Angefangen haben wir ganz klein im Wohnhaus Austrasse mit einzelnen Patenschaften für die Bewohnerinnen und Bewohner mit einer Behinderung. Wir haben im Mitarbeitendenteam ein Konzept entwickelt, wie wir Freiwillige einbeziehen können. Das hat Kreise gezogen: Mittlerweile arbeiten in vielen Bereichen des Bürgerspitals Engagierte mit und seit diesem Jahr steht das Gesamtkonzept für den Einsatz von Freiwilligen in allen unseren Geschäftsfeldern.
 
Ob sich in den einzelnen Einrichtungen eine fruchtbare Kooperation entwickelt, ist unterschiedlich. Gute Chancen bestehen, wenn die Profis sich die Zusammenarbeit mit Freiwilligen wünschen und dabei das besondere Potential von Freiwilligen schätzen. Wenn Teams Freiwillige vor allem als Entlastung für ihre eigenen Aufgaben sehen, sieht die Prognose hingegen nicht so günstig aus.
 
Hier ist von meiner Seite Aufklärungsarbeit gefragt. Es geht zunächst darum, die Mitarbeitenden über Freiwilligenarbeit und die Unterschiede zur bezahlten Arbeit zu informieren. Nachfolgend entwickeln wir gemeinsam, welche Aufgaben Freiwillige übernehmen können. Diese Klärungen tragen Früchte und es hat sich auch hier oft ein gutes Miteinander entfaltet.
 
Es war ein wichtiger Schritt, dass sich das Bürgerspital früh entschlossen hat, die Koordination der Freiwilligen professionell zu verankern. So haben sowohl die Freiwilligen als auch die Angestellten eine Anlaufstelle, die auf eine gute Kooperation hinwirken kann.
 
Herr Schärer, Sie sind Ansprechspartner für Freiwillige im Wohnhaus Austrasse:
Worin liegt der Gewinn, wenn Freiwillige und Angestellte zusammenarbeiten?


Wir sind ein Team von zehn Teilzeitkräften und vier Freiwilligen. Diese sind mit ihrer Sicht von Aussen, mit ihrem anderen Zugang und ihrer Flexibilität für uns Profis ein grosser Gewinn.

Auch unsere Bewohnerinnen und Bewohner sind begeistert: Das Beziehungsangebot unserer Freiwilligen findet auf einer anderen Ebene statt als unsere professionelle Begleitung. Und bringt deshalb eine ganz andere Qualität mit ein. Das geniessen unsere Bewohner sehr.
 
Unsere Freiwilligen wiederum schätzen, dass sie als fester Bestandteil des Teams gesehen werden, Impulse einbringen können und auch bei unseren Anlässen und Gruppenausflügen mit an Bord sind.

Wo sehen Sie Reibungspunkte in der Zusammenarbeit?

Es ist eine Herausforderung, dass wir als Organisation ganz anders ticken als die Freiwilligen: Wir haben sehr klare Strukturen und Rahmenbedingungen, müssen effizient arbeiten, festgelegte Abläufe einhalten. Die Ausgangslage für die Freiwilligen ist eine andere: Sie bringen sich und ihr Herz mit ein, wollen frei sein und in ihrem Engagement auch ihre Persönlichkeit zum Ausdruck bringen. Diese beiden Aspekte zusammen zu bringen, ist schon eine Herausforderung.

Reibungspunkte entstehen vor allem dann, wenn die Aufgaben von Profis und Freiwilligen nicht klar unterschieden werden. Natürlich gibt es in der Realität Überschneidungen und auch einen Graubereich, in dem Tätigkeiten von beiden übernommen werden könnten. Dann ist ein offener Dialog wichtig.

Welche Tipps haben Sie für Freiwillige, die mit Angestellten kooperieren?

Bevor es zu einer konkreten Zusammenarbeit kommt, sollte ich mich als Freiwilliger fragen, welcher Einsatz tatsächlich zu mir passt: Bin ich bereit, innerhalb einer Organisation tätig zu sein und mich in deren Rahmen zu bewegen? Sind die Freiräume, die ich mir wünsche gegeben? Sich beim Engagement auf vorgegebene Strukturen einzulassen, ist in der Tat nicht jedermanns Sache. Es macht Sinn, hier ehrlich zu sich zu sein: Nur wenn der Einsatz zu meiner Motivation und Persönlichkeit passt, bekomme ich auch das zurück, was ich suche.

Machen Sie sich klar, dass das Tempo von Angestellten und Freiwilligen unterschiedlich ist und auch sein darf. Und versuchen Sie es nicht persönlich zu nehmen, wenn Angestellte im Schwung des Erledigens auch einmal wenig Aufmerksamkeit für Sie haben. Bestehen Sie darauf, dass es eine feste und gut erreichbare Ansprechperson für Sie gibt. Dies hilft, wenn sich im Arbeitsalltag wenig Raum für spontanen Austausch ergibt.

Wie in jeder Zusammenarbeit ist es sehr wichtig, dass Sie Fragen stellen und Situationen ansprechen, wenn etwas unklar ist. Und einen Konflikt auch mit angehen, wenn er auftauchen sollte.

Vielen Dank für das Gespräch!

Aktuelle Freiwilligen-Jobs

Haben Sie Lust, aktiv zu werden? Hier haben wir eine kleine Auswahl an Einsätzen für Sie.

Auf unserer Jobbörse finden Sie einen Überblick über alle derzeitigen Angebote.

Möchten Sie gemeinsam mit uns nach dem passenden Einsatz suchen? Wir beraten Sie gerne.
 

Sommerferien für Kinder mitgestalten

Sind Sie unternehmungslustig, haben Spass am Kontakt mit jungen Menschen und in den Sommerferien etwas Zeit zu verschenken? Das Ferienpass-Betreuerteam freut sich über Ihre Unterstützung: Sie betreuen Aktionen mit und ermöglichen so daheim gebliebenen Kindern und Jugendlichen einen erlebnisreichen Ferientag. mehr

Einsatz für begeisterte Wanderer

Wenn Sie gerne in der Natur unterwegs sind und den Kontakt zu verschiedensten Menschen schätzen, dann könnte dies Ihr Einsatz sein: Der Verein Wanderwege beider Basel freut sich über Zuwachs im Team der Wanderleiterinnen und -leiter. Sie führen mindestens zwei Wanderungen pro Jahr und können gerne Ihre Ideen einbringen! mehr

Schenken Sie einem Kind
unbeschwerte Zeit

Als Pate oder Patin verbringen Sie regelmässig Zeit mit einem Kind psychisch belasteter oder erkrankter Eltern. Sie binden es in Ihren Lebensalltag mit ein und ermöglichen ihm unbeschwerte Stunden. Mit der Zeit werden Sie ein stabiler und vertrauensvoller Bezugspunkt des Kindes, tragen zu seiner Entwicklung bei und sind somit auch eine Entlastung für die Eltern. Eine Patenschaft kann eine Einzelpersonen, ein Paar oder eine Familie übernehmen. mehr

Kurse & Veranstaltungen

Möchten Sie Inputs zum Thema Freiwilligenarbeit bekommen? Über Ihren Tellerrand schauen oder sich für Ihr Engagement qualifizieren?

Hier finden Sie aktuelle Angebote.

Einführungskurs «Besseres Deutsch durch Begegnung», 20. August 2016

Hier erfahren Sie, wie Sie sich bei unserem Integrationsprogramm engagieren können. Sie vertiefen ihr Wissen im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen und erhalten praktische Tipps für Ihren Freiwilligeneinsatz. mehr

«Marktplatz 55+, Information, Begegnung, Austausch», 01. Oktober 2016

Am Internationalen Tag des Alters findet in der Markthalle Basel ein Forum der Begegnung und des Informationsaustausches zwischen den Generationen statt. Verschiedene Organisationen – darunter auch wir von GGG Benevol – präsentieren ihre Ideen und Projekte für ein aktives Engagement älterer Menschen. Schauen Sie vorbei! mehr

Tipps & News

Teamzuwachs bei GGG Benevol
Wir freuen uns, Ihnen mit Nathalie Maurer und Nila Mahendrarajah zwei neue Mitarbeiterinnen vorstellen zu können. Sie unterstützen uns in der Beratung von Freiwilligen und in der Projektarbeit. Ausserdem gehört die GGG Kontaktstelle Gastfamilien für Flüchtlinge mit der neuen Projektleiterin Bettina Alis nun zu uns und bereichert unser Team. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit!

Einladung zum GGG Tag auf dem Rümelinsplatz am 11. Juni 2016
Bereits zum 5. Mal lädt die GGG Basel zum GGG Tag ein. Wie gewohnt erwartet Sie von 13.30 bis 23 Uhr ein abwechslungsreiches Programm für Gross und Klein. Schauen Sie vorbei! mehr

Haben Sie Lust auf einen Sommereinsatz in den Bergen?
Hier zwei Tipps für Sie:


Anpacken bei einer Schweizer Bergbauernfamilie
Der Caritas-Bergeinsatz vermittelt Ihnen einen Freiwilligeneinsatz in einer Schweizer Bergbauernfamilie. Sie unterstützen die Familie in der arbeitsintensiven Sommerzeit und packen dort mit an, wo Hilfe nötig ist. mehr

Auszeit im Bergwald: Nichts für Langschläfer!
Beim Bergwaldprojekt pflegen, erhalten und schützen Sie den Wald und die Kulturlandschaft im Berggebiet. Sie helfen in einer Gruppe von mindestens zehn Freiwilligen und werden von erfahrenen Projektleitenden und vom lokalen Forstdienst betreut. mehr